{"id":479,"date":"2022-10-31T16:41:59","date_gmt":"2022-10-31T16:41:59","guid":{"rendered":"http:\/\/osteopathie-gehrke.de\/?page_id=479"},"modified":"2022-11-01T17:18:29","modified_gmt":"2022-11-01T17:18:29","slug":"selbstfuersorge-und-kettensaegen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/osteopathie-gehrke.de\/?page_id=479","title":{"rendered":"SELBSTF\u00dcRSORGE UND KETTENS\u00c4GEN"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:30px\">SELBSTF\u00dcRSORGE UND KETTENS\u00c4GEN<\/p>\n\n\n\n<p>Es war einmal ein alter Holzf\u00e4ller. Er arbeitete seit vielen Jahren im Wald und war sehr erfahren. Jeden Tag f\u00e4llte er mit seiner Kettens\u00e4ge ein halbes Dutzend B\u00e4ume. Bezahlt wurde er nat\u00fcrlich im Akkord. Mit sechs B\u00e4umen am Tag wurde man nicht reich, aber es reichte immer zum Leben, denn er brauchte nicht viel.<\/p>\n\n\n\n<p>So stand er jeden Morgen fr\u00fch auf, packte seine Sachen zusammen, sch\u00e4rfte seine Kettens\u00e4ge, ging in den Wald und f\u00e4llte seine B\u00e4ume. Dort wurden sie dann abgeholt und der Forstunternehmer zahlte ihm seinen Lohn. Seit vielen Jahren machte er es so und es ging ihm gut damit.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Tages aber \u00e4nderte sich etwas: Ein junger Holzf\u00e4ller ging mit ihm in den Wald. Er war sehr jung, voller Muskeln und die gro\u00dfe Kettens\u00e4ge sah in seinen H\u00e4nden fast wie ein Spielzeug aus. W\u00e4hrend der alte Holzf\u00e4ller stets gem\u00e4chlich durch den Wald streifte und B\u00e4ume ausw\u00e4hlte, marschierte sein junger Kollege voller Elan durch die B\u00e4ume und s\u00e4gte was das Zeug hielt. Am Ende des Tages war er verschwitzt und ersch\u00f6pft und nicht weniger als dreizehn B\u00e4ume lagen zur Abholung bereit. Der alte Holzf\u00e4ller hatte wieder genau sechs B\u00e4ume gef\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun wusste der alte Holzf\u00e4ller nat\u00fcrlich, dass mit der Zeit sein Kollege ruhiger werden w\u00fcrde. Es war schlie\u00dflich normal etwas \u00fcbermotiviert zu beginnen und dann langsamer zu werden. So kam es dann auch und es wurden Tag f\u00fcr Tag weniger B\u00e4ume, die sein Kollege f\u00e4llte. Aber womit der alte Holzf\u00e4ller nicht gerechnet hatte war, dass sein Kollege bald schon Schwierigkeiten bekam so viele B\u00e4ume wie er zu f\u00e4llen. Er ging immer fr\u00fcher morgens in den Wald und kam erst in der Dunkelheit zur\u00fcck aber schaffte nur mit M\u00fche noch sechs B\u00e4ume, bald nur noch f\u00fcnf, dann vier und es wurde auch immer sp\u00e4ter bis er zur\u00fcckkehrte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der alte Holzf\u00e4ller wunderte sich nat\u00fcrlich sehr und beschloss nachzusehen, was der Grund w\u00e4re der seinen jungen Kollegen so aufhielt. Er folgte ihm also mit einigem Abstand um nicht gesehen zu werden und als der junge Holzf\u00e4ller einen Baum gefunden hatte, versteckte sich der alte Holzf\u00e4ller im Unterholz und sah zu.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Sofort erkannte er das Problem. Die Kettens\u00e4ge seines Kollegen war stumpf geworden und er m\u00fchte sich schwer um durch das Holz zu schneiden. Er dr\u00fcckte und dr\u00fcckte, doch die stumpfe Kette schnitt kaum in den Stamm und es brauchte viel Schweiss und M\u00fche, bis der Baum zu Fall gebracht werden konnte. \u00c4hnlich m\u00fchselig ging es dann weiter mit dem Abschneiden der \u00c4ste, als der Baum auf dem Boden lag und dann rannte sein junger Kollege auch schon los, um das gleiche Prozedere mit dem n\u00e4chsten Baum zu wiederholen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der alte Holzf\u00e4ller hatte Mitleid mit seinem jungen Kollegen und folgte ihm. Bevor er begann, den n\u00e4chsten Baum zu f\u00e4llen, sprach er ihn an:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEntschuldige bitte, aber ich habe dich gerade beobachtet. Die Kette deiner S\u00e4ge ist schrecklich stumpf. Du musst sie dringend sch\u00e4rfen, das musst du jeden Tag tun.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der junge Holzf\u00e4ller sah ihn entgeistert an.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e Was? Ich schaffe ja jetzt schon nicht genug! Woher sollte ich denn da um Himmelswillen die Zeit nehmen, um meine Kette zu sch\u00e4rfen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Kommt Ihnen das bekannt vor? Wie viele Minuten am Tag k\u00fcmmern Sie sich um sich selbst? Unser Alltag ist oft ausgesprochen voll. Wir rennen von einem Termin zum n\u00e4chsten und kommen kaum hinterher. Manche von uns kriegen es besser hin als andere, aber viel zu tun haben wir irgendwie immer alle.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie oft nehmen Sie sich die Zeit sich in Ruhe hinzusetzen und Ihre Kette zu sch\u00e4rfen? Wie oft nehmen Sie sich Zeit am Tag oder gehen vielleicht zum Osteopathen, damit er Ihnen hilft Ihre Kette zu sch\u00e4rfen? Zahn f\u00fcr Zahn, ganz in Ruhe, bis Ihre S\u00e4ge wieder so scharf ist, dass Sie alle B\u00e4ume die sie am Tag zu f\u00e4llen haben wieder leichter zu Fall bringen k\u00f6nnen?<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>(Inspiration zu dieser Geschichte fand ich bei Ajahn Brahm Autor einiger lesenswerter B\u00fccher und Spiritual Director der Buddhist Society of Western Australia, deren Internetauftritt <a href=\"http:\/\/bswa.org\">bswa.org<\/a> Ich ebenfalls w\u00e4rmstens empfehlen kann.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>SELBSTF\u00dcRSORGE UND KETTENS\u00c4GEN Es war einmal ein alter Holzf\u00e4ller. Er arbeitete seit vielen Jahren im Wald und war sehr erfahren. Jeden Tag f\u00e4llte er mit seiner Kettens\u00e4ge ein halbes Dutzend B\u00e4ume. Bezahlt wurde er nat\u00fcrlich im Akkord. 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